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BioOK

Vereinheitlichung eines Prüfverfahrens für GVP

Die Universität Rostock beabsichtigt im Zeitraum von 2009 bis 2012 unter der Koordination von Frau Prof. Dr. Inge Broer, Lehrstuhl für Agrobiotechnologie und Begleitforschung zur Bio- und Gentechnologie in Groß Lüsewitz Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen durchzuführen.

Die in diesem Freisetzungsversuch angezogenen Pflanzen sind Untersuchungsmaterial für den Wachstumskern "BioOK (II) - Zulassung und Überwachung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen", gefördert durch das BMBF. Projektpartner des Verbundes sind neben der Universität Rostock das Steinbeis-Transferzentrum for Soil Biotechnology sowie die Firmen: BioMath GmbH, biovativ GmbH, BIOSERV GmbH und Biotestlabor GmbH. Innerhalb des Bündnisses werden die Feldarbeiten von der biovativ GmbH durchgeführt. Der BioOK-Verbund möchte seine derzeitige Technologieplattform des Baukastensystems für die Zulassung und Überwachung von GVP in einer zweiten Phase zu einem integrierten Prüfsystem weiterentwickeln. Der innovative Grundgedanke ist der Übergang von der heute praktizierten additiven Anwendung aller verfügbaren Untersuchungsverfahren zu einem integrierten, für die konkrete Fragestellung optimierten und bedingt durch die Untersuchungsergebnisse gesteuerten Prüfsystem.

Ziel der geplanten Freisetzung ist es, für die aufgelisteten Verbundpartner gentechnisch veränderte Kartoffelpflanzen sowie deren nah-isogene Sorten als Untersuchungsmaterial für die Entwicklung angepasster Methoden für die Bewertung sowie die Erarbeitung eines gesteuerten Prüfsystems zur Sicherheit von GVP zu ermöglichen. Diese Versuche beinhalten:

- die Analyse der Variabilität der Transgenexpression im Freiland, in Abhängigkeit von dem Integrationsort des Transgens, der Sorte sowie des Modellproteins,

- die Optimierung der vergleichenden Inhaltsstoffanalyse sowie - die Optimierung der Analysen zur Toxizität und Allergenität der im Freiland angezogenen gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen.

Der Flächenbedarf für den Standort Thulendorf sieht für die einzelnen Versuchsjahre wie folgt aus: 2009 mit einer Versuchsfläche von rund 1010 qm und einer Freisetzungsfläche von 485 qm sowie für die Jahre 2010 - 2012 mit einer Versuchsfläche von rund 1200 qm und mit einem Freisetzungsflächenanteil von 547 qm. 

Ziel einer anderen Freisetzung der Universität Rostock ist es, Untersuchungen zur Frostresistenz und zu den Verrottungseigenschaften von Knollen, die ein biologisch abbaubares Polymer exprimieren, anzustellen. Kartoffelknollen werden über Winter sukzessiv alle 4 Wochen sowie zum Versuchsende dem Boden entnommen und in einer gentechnischen Anlage untersucht.

Im Rahmen weiterer Freisetzungen mit Kartoffeln sollen in einer Erhaltungszucht Klone verschiedener Sorten von gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln auf ihre morphologischen Charakteristika untersucht und Ausgangspflanzgut für weitere Vermehrungen gewonnen werden.

Die nicht transgenen Sorten Albatros und Desiree werden in einer Anzahl von 600 Pflanzknollen ausgebracht. Der gesamte Flächenbedarf für die Vermehrung beträgt ca. 1750 qm wobei der Anteil der Freisetzungsfläche ca. 150 qm pro Event bzw. ca. 750 qm für alle transgenen Pflanzen pro Saison ausmacht. Die Pflanzdichte beträgt 4 transgene Pflanzen pro qm. Für die Experimente werden die Knollen in 30 cm Tiefe in 2 "Bodentypen" in vierfacher Wiederholung ausgebracht. Auf der ausgewiesenen zur Verfügung stehenden Fläche werden zwei unterschiedliche Bereiche für das Vergrabungsexperiment herangezogen. Diese unterscheiden sich geringfügig in ihren physikalischen Eigenschaften, stellen aber im Sinne der Bodengenese keine unterschiedlichen Bodentypen dar. Die Versuchsfläche für die Versuche zum Überwinterungsverhalten beträgt 1150 qm, der Anteil der Freisetzungsfläche beträgt hierbei 64 qm verteilt auf zwei unterschiedliche Standorte. Daraus errechnet sich eine Anzahl von ca. 120 transgenen Knollen pro qm.

Weitere Informationen zu BioOK:

http://www.bio-ok.com

 

(C) biovativ GmbH · Thünenplatz 1 · 18190 Groß Lüsewitz
Letzte Änderung: 09.04.2009